Ärzte in Deutschland haben sich verhältnismäßig lange an diesen Grundsatz gehalten, weswegen wir im Vergleich zum land of the free, home of the brave erheblich weniger Menschen mit sog. behandlungsbedürftiger "Geschlechtsinkongruenz" als Allgemeingut besitzen. Klar, unsere schillernden Sozialmedienritter erwecken mit ihrem lauten Gekreische einen ganz anderen Eindruck, aber operierte und hormonell eingestellte Transen sind hierzulande immer noch eine absolute Minderheit. Das ändert sich erst jetzt. Wir kommen nun erst dorthin, wo sich bsp. die USA seit annähernd 15 Jahren längst befindet.
Das hat under anderem einen sehr einfachen Grund: Hierzulande kann sich als Arzt oder Therapeut mit einer Patientenunterschrift trotzdem nicht alles erlauben. Hier herrscht immer noch der Satz "Du als Fachmann musst es besser wissen." Das heißt, ein Eingriff kann immer noch trotz Patienteneinwilligung als Kunstfehler eingestuft werden, wenn bestimmte Vorraussetzungen vorliegen:
- die Therapie steht in keinem Verhältnis zum erhofften Gewinn bzw. der Gewinn wird mit einem enormen Nachteil mit hoher Komplikationsrate erkauft
- es bestehen ernsthafte Zweifel daran, dass der Patient psychisch und intellektuell die Bedeutung des Eingriffs korrekt umreißen kann
- es gibt mehrere Hinweise darauf, dass der Patient incompliant ist und sich nicht an die Therapieempfehlungen halten wird (auch eiskaltes Lügen ggü. den Ärzten fällt darunter)
Aber gut, das ist eben die Theorie, die Praxis hat sich längst geändert - wir werten die Eigenverantwortlichkeit des Patienten mittlerweile höher als die Fremdverantwortlichkeit des Arztes. Die Anzahl der Ärzte und Therapeuten, die Transen primär behandeln, nimmt zu. Warum auch nicht? Israellover1234 hat ja schon aufgezeigt, was für nie zu beendende Baustellen Transen sind. Da wartet Kohle, Kohle, Kohle. Der Pool im Garten hebt sich schließlich nicht von alleine aus. An dem, was man sonst mit einer Armee an hypertensiven Omis verdient, kann man sich längst nicht so finanziell hochziehen wie mit 2-3 Transen. Warum sollte man sich diese Chance entgehen lassen? Wegen Idealismus? Wenn Idealismus ein so großes Ding wäre, hätten wir mehr praktisch tätige Allgemeinmediziner als Radiologen.
Wäre ich Arzt, würde ich mich verdammt nochmal an den Grundsatz primum non nocere (keinen Schaden zufügen) halten und mich weigern, Hormone zu verschreiben oder jemandem den Pensi abzuschnippeln
Falls es dich tröstet: Noch machen das die meisten Mediziner und Therapeuten auch. Ich arbeite in einem Bereich mit einer Vielzahl an endokrinologischen Patienten und die Transen sind da für Ärzte und Pflegepersonal gleichermaßen Hasspatienten numero uno. Transen kommen zu uns auch nicht, weil sie sich eine extra Ladung Hormone durch die Fressluke zimmern wollen (obwohl...) sondern weil sie sich dank der Hormonfresserei einen gewichtigen organischen Schaden ans Bein gebunden haben - das wird dann auch behandelt. Der Rest nicht. Da wird dann brav die "Das ist nicht unser Ressort, damit kennen wir uns nicht aus"-Schallplatte abgespult. Dass das auch keiner machen will, wird da lieber verschwiegen - keiner hat Bock auf den woken Mob.
Warum die meisten einen Bogen um Transen machen, ist in den Foren auch schon oft genug erwähnt worden:
- Transen sind extrem klagefreudig
- Transen lügen vermehrt hinsichtlich ihrer Krankengeschichte
- Transen sind öfter incompliant
- Mtf-Transen belästigen überdurchschnittlich oft weibliches Personal und Mitpatienten
Du brauchst da als Arzt schon ein besonderes Maß an Chuzpe, um dich in diese Löwenhöhle zu wagen. Da gibt's zwar ordentlich Barrne, aber eben auch ordentlich viel Stress. Wenn du deine Ruhe haben willst und zartbesaitet bist, ist dieser Kundenkreis eher nichts für dich.
Ich persönlich sehe das sportlich. Endlich melden sich Menschen mal freiwillig zum Testen diverser Medikamentengattungen.
